Vor einigen Wochen stand ich wieder vor einer Fassade, die gerade einmal acht Jahre alt war.
Die Nordseite war bereits deutlich grün.
Der Eigentümer fragte mich: „Kann man die einfach reinigen und neu streichen?“
Früher hätte ich wahrscheinlich genau das empfohlen.
Heute stelle ich zuerst eine andere Frage:
Warum bleibt die Fassade überhaupt so lange feucht? 🤔
Denn genau dort beginnt aus meiner Sicht die eigentliche Ursache vieler Probleme.
Je intensiver wir uns in den vergangenen Jahren mit Schimmel, Algen auf Fassaden und feuchten Bauteilen beschäftigt haben, desto häufiger sind wir auf ein Thema gestoßen, das mich heute nicht mehr loslässt: Feuchtigkeit!
Nicht die sichtbare Feuchtigkeit nach einem Wasserschaden.
Sondern die Feuchtigkeit, die dauerhaft in unseren Baustoffen steckt und die wir oft gar nicht wahrnehmen.
Feuchtigkeit ist ein unterschätzter Energieräuber
Wenn wir über Energiesparen sprechen, denken die meisten zuerst an eine dickere Wärmedämmung, neue Fenster oder eine moderne Heizung.
Dabei wird häufig ein entscheidender Punkt übersehen:
Jeder Baustoff kann seine volle Dämmleistung nur dann entfalten, wenn er möglichst trocken ist.
Ein einfaches Beispiel kennen wir alle:
Ein Wintermantel hält hervorragend warm!
Wird er nass, fühlt er sich schwer an und isoliert deutlich schlechter.
Mit einer Fassade oder einem Wärmedämmverbundsystem ist es nicht viel anders.
Eine Zahl hat mich damals besonders überrascht:
Bereits 4 % überschüssige Bauteilfeuchtigkeit können die Dämmleistung um bis zu 50 % reduzieren.
Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, musste ich selbst zweimal hinschauen.
Heute ergibt diese Aussage für mich absolut Sinn!
Denn Wärme und Feuchtigkeit beeinflussen sich gegenseitig.
Ist ein Baustoff dauerhaft feucht, kann er seine eigentliche Dämmleistung nicht mehr vollständig entfalten.
Genau deshalb betrachten wir Feuchtigkeit heute nicht mehr nur als Ursache für Schimmel oder Algen.
Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Energieeffizienz eines Gebäudes.
Warum viele Fassaden heute schneller grün werden
Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass viele Fassaden bereits nach wenigen Jahren wieder Algen oder dunkle Verfärbungen zeigen.
Das liegt nicht daran, dass Farben schlechter geworden sind.
Unsere Gebäude werden immer besser gedämmt.
Gleichzeitig erleben wir häufiger feuchte Nächte, längere Tauphasen und insgesamt eine höhere Luftfeuchtigkeit.
Die Oberflächen bleiben dadurch länger feucht – und genau das mögen Algen und Pilze!

Die bisherige Lösung überzeugt mich nicht mehr
Um Algen und Pilze zu verhindern, werden vielen Fassadenfarben sogenannte Fungizide und Algizide zugesetzt.
Diese Wirkstoffe sollen verhindern, dass sich Mikroorganismen auf der Oberfläche ansiedeln.
Das funktioniert zunächst auch.
Allerdings werden diese Wirkstoffe mit der Zeit durch Regen langsam ausgewaschen.
Irgendwann ist der Schutz verbraucht und die Fassade wird erneut grün.
Was mich dabei nachdenklich gemacht hat:
Die eigentliche Ursache – nämlich die dauerhaft feuchte Oberfläche – bleibt bestehen!
Hinzu kommt, dass die ausgewaschenen Wirkstoffe in unsere Umwelt gelangen.
Gerade in den letzten Jahren wird deshalb immer häufiger darüber diskutiert, wie groß diese Belastung tatsächlich ist.
Für mich stellte sich deshalb irgendwann eine ganz andere Frage:
Warum bekämpfen wir eigentlich die Folgen der Feuchtigkeit und nicht die Ursache?
Nicht die Farbe ist entscheidend – sondern die Technologie
Genau an diesem Punkt habe ich angefangen, mich intensiv mit modernen Beschichtungstechnologien auseinanderzusetzen.
Und dabei hat sich mein Blick auf das Thema komplett verändert.
Heute interessiert mich nicht mehr in erster Linie, welche Farbe auf die Wand kommt.
Mich interessiert, welche Technologie dahintersteckt.
Kann sie Feuchtigkeit an der Oberfläche besser regulieren?
Kann sie Bauteile dabei unterstützen, schneller auszutrocknen?
Kann sie dafür sorgen, dass Dämmstoffe und Mauerwerk ihre bauphysikalische Leistungsfähigkeit dauerhaft besser behalten?
Denn genau dort entsteht aus meiner Sicht der eigentliche Nutzen.
Nicht, weil eine Beschichtung plötzlich wie eine zusätzliche Wärmedämmung wirkt. Das wäre schlicht falsch!
Die Energieeinsparung entsteht vielmehr dadurch, dass Bauteile trockener bleiben.
Ein trockener Dämmstoff dämmt besser als ein feuchter!
Ein trockenes Mauerwerk speichert Wärme effizienter als ein feuchtes!
Die Beschichtung verbessert also nicht den Dämmwert selbst. Sie unterstützt die natürlichen feuchte- und wärmetechnischen Prozesse im Bauteil und hilft dabei, Feuchtigkeit schneller wieder abzugeben.
Dadurch können Dämmstoffe und Mauerwerk ihre eigentliche Leistungsfähigkeit besser erhalten.
Was mich an dieser Technologie wirklich überzeugt hat
Viele Innovationen funktionieren nur so lange, bis sich ihre Wirkstoffe verbraucht haben.
Genau das ist hier anders!
Die Wirkungsweise basiert nicht auf chemischen Zusätzen, die mit der Zeit nachlassen oder ausgewaschen werden.
Sie basiert auf physikalischen Eigenschaften der Beschichtung.
Deshalb bleibt diese Funktion dauerhaft erhalten – Sie nutzt sich nicht ab!
Das finde ich besonders spannend, weil sich daraus ein ganz konkreter Nutzwert ergibt:
Indem die Fassade dauerhaft trocken gehalten wird, lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen eine Energieeinsparung von rund 15 % erzielen.
Die Dämmung behält schlichtweg genau die Leistung, für die sie ursprünglich eingebaut wurde.
Hinzu kommt noch ein weiterer entscheidender Vorteil:
Bei jeder Renovierung bekommt eine Fassade einen neuen Anstrich.
Herkömmliche Beschichtungen – selbst hochwertige mineralische Farben – können den Untergrund mit jedem weiteren Anstrich ein Stück dichter machen. Dadurch wird der Feuchtetransport mit der Zeit eher erschwert.
Diese Technologie verfolgt einen anderen Ansatz.
Sie bleibt auch nach späteren Renovierungsanstrichen erhalten und kann immer wieder mit derselben Technologie überarbeitet werden.
Die bauphysikalische Funktion bleibt bestehen und geht nicht verloren.
Nach Angaben des Herstellers ist die Beschichtung beliebig oft mit derselben Technologie überstreichbar.
Für mich ist das ein völlig anderer Denkansatz 👍
Früher ging es bei einer Fassadenfarbe vor allem um Farbe, Deckkraft und Haltbarkeit.
Heute frage ich mich zusätzlich:
Was passiert eigentlich mit der Wand in den nächsten zwanzig oder dreißig Jahren?
Bleibt sie trocken?
Kann sie Feuchtigkeit wieder abgeben?
Und kann sie dadurch ihre bauphysikalische Leistungsfähigkeit möglichst dauerhaft erhalten?
Genau diese Fragen werden in Zukunft immer wichtiger werden.

Warum wir diesen Weg gehen
Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass nachhaltiges Bauen nicht immer bedeutet, mehr Material einzubauen.
Manchmal reicht es aus, vorhandene Baustoffe dabei zu unterstützen, dauerhaft trockener zu bleiben.
Davon profitieren gleich mehrere Dinge:
– Die vorhandene Dämmleistung bleibt besser erhalten oder wird wieder verbessert
– Das Risiko für Schimmel und Algen sinkt deutlich
– Renovierungsintervalle verlängern sich erheblich
– Es werden weniger Ressourcen verbraucht
– und langfristig kann auch Energie eingespart werden 🙂
Wir beschäftigen uns mit dieser Technologie nicht, weil wir eine besondere Farbe verkaufen möchten.
Sondern weil wir überzeugt sind, dass moderne Beschichtungen einen echten Beitrag zu Werterhalt,
Energieeffizienz und einem gesunden Gebäude leisten können.
Wenn Sie wissen möchten, ob dieser Ansatz auch für Ihr Gebäude sinnvoll ist, sprechen Sie uns gerne an.
Wir beraten Sie ehrlich und zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt – und auch, wo diese Technologie vielleicht nicht die richtige Lösung ist.