Es gibt Baustellen, die haben eine ganz besondere Geschichte.

Vor knapp 30 Jahren habe ich als junger Malergeselle an einem Haus in Johannisberg gearbeitet.
Damals haben wir die Fassade saniert – mit glatten Oberflächen, schön herausgearbeiteten Gewänden und einer ganz besonderen Farbgestaltung.
Schon damals war das Haus ein echter Hingucker.

Jetzt, fast 30 Jahre später, waren an der Fassade Ausbesserungen nötig.
Das Spannende daran: Mein Sohn war bei dieser erneuten Sanierung der Bauleiter.

Da fragt man sich kurz selbst, wo die Zeit geblieben ist 🙂


Risse gezielt ausbessern

Vor 30 Jahren war ein Armierungsspachtel mit Gewebe, wie wir ihn heute standardmäßig einsetzen, noch nicht üblich.
Deshalb hatte die Fassade im Laufe der Jahrzehnte einige Risse bekommen.

Rein technisch wäre es die beste Lösung gewesen, die gesamte Fassade noch einmal komplett neu zu spachteln und einen neuen Oberputz aufzutragen.
Nach genauer Prüfung haben wir aber festgestellt, dass die Risse keine Eigenbewegung mehr hatten.
Sie waren sozusagen „zur Ruhe gekommen“.

Deshalb haben wir uns für einen pragmatischen und wirtschaftlichen Weg entschieden:
Wir haben die Risse gründlich grundiert und gezielt mit einem Armierungsspachtel ausgebessert.


Neue Farbgestaltung mit starkem Kontrast

Bei der Farbgestaltung haben wir uns für eine klare und moderne Linie entschieden.
Ich bin eigentlich kein großer Fan von reinem Weiß an der Fassade.
Aber an diesem Haus, in Kombination mit den Details, wirkt es einfach.

Die Gewänder, der Sockel und das Gesims an den Traufseiten wurden in einem dunklen Grau gestrichen.
Dieser deutliche Kontrast zum hellem Ton der Fassadenfläche gibt dem Gebäude ein sehr modernes und frisches Erscheinungsbild.


Ein Projekt mit Herzblut

Neben der Arbeit an der Fassade wohnen in dem Haus Menschen, die auch im Innenbereich mit vielen tollen Detaillösungen gearbeitet haben.
Wenn man dann sieht, wie ein Haus über Jahrzehnte gepflegt und mit Liebe zum Detail erhalten wird, macht die Arbeit gleich doppelt Freude.

Für mich war dieses Projekt in Johannisberg eine kleine Zeitreise –
und ein schöner Beweis dafür, wie langlebig gute Handwerksarbeit sein kann 🙂